Romantik 1820-1850


Die Epoche der Romantik steht am Beginn der so genannten >Modernen Kunst und ist nur schwierig einzuordnen. Ist es eine Reaktion auf die französische Revolution, die ihre Versprechen für eine «bessere Welt» nicht zu erfüllen vermochte? Oder auf die Schrecken Napoleons, mit der dieser Europa überzog? Jedenfalls wollte man nun nochmals einen Versuch zu einer besseren Welt wagen, mit Romantik. Und mit Emotionen, die den Wunsch nach der heilen Welt ausdrücken sollten.

 

 

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Caspar David Friedrich (1774-1840).
Auf dem Segler, 1818.
Hermitage Museum St. Petersburg.

 

 

 

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Carl Spitzweg (1808-1885).
Der Kaktusfreund, 1858.
Museum Georg Schäfer, Schweinfurt.

 

 

 

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Eugène Delacroix (1798-1863).
La Mort de Sardanapale, 1827.

Musée Delacroix Paris.

 

 

 

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Théodore Géricault (1791-1824).
Das Floss der Medusa, 1818-19.

Musée du Louvre Paris.

 

 

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William Turner (1775-1851).
The Burning of the Houses of Lords

and Commons, 1834.
Philadelphia Museum of Art.

 

 

 

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Alexandre Calame (1810-1864).

Orage à la Handeck, 1839.

Musee d'Art et d'histoire, Genève.

 

 

 

Die Epoche der Romantik dauert nur kurz –
etwa 30 Jahre. Dann wird sie vom
>Realismus
abgelöst.

 

 

>Stilepochen im Überblick

 

 

 

 

Titelbild (Ausschnitt)

Caspar David Friedrich (1774-1840).

Mondaufgang am Meer, 1822.

Alte Nationalgalerie Berlin.

 

 

 

 

 

 

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Caspar David Friedrich (1774-1840). Kreide-felsen auf Rügen, 1818-20. Kunst Museum Reinhart Winterthur.

 

 

Zeitliche Einordnung Romantik

 

1300 - 1600 >Renaissance

1520 - 1600 >Spätrenaissance/Manierismus

1600 - 1750 >Barock

1730 - 1780 >Rokoko

1750 - 1820 >Klassizismus

1820 - 1850 Romantik

1850 - 1900 >Realismus

1860 - 1900 >Symbolismus

1870 - 1999 >Impressionismus

 

1820 - 1950 >Moderne Kunst ab 1900

 

 

 

>Stilepochen im Überblick

 

 

   

Deutschland, Schweiz

 

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Caspar David Friedrich (1774-1840). Wanderer über dem Nebelmeer, 1817. Kunsthalle Hamburg.

 

Caspar David Friedrich (1774-1840).

Der berühmteste deutsche Romantiker. Seine Romantik ist aber keine fröhliche, lebensbejahende – ganz im Gegenteil. Seine Werke sind geprägt von Schwermut und Melancholie. Kein Wunder bei der tragischen Biographie des Künstlers.

 

Sein bekanntestes Werk ist der «Wanderer über dem Nebelmeer». Es zeigt einen nachdenklichen Mann (ein Philosoph?), der auf einer Bergspitze steht und ins neblige Tal schaut. Sucht er eine bessere Zukunft?

 

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Carl Spitzweg (1808-1885). Sonntagsspazier-gang, 1841. Museum Carolino Augusteum, Salzburg.

 

Carl Spitzweg (1808-1885).

Seine romantische Welt besteht aus Menschen. Aus Gutmenschen. Er zeigt sie mit all ihren kleinen Schwächen, manchmal schon fast als Karikatur. Spitzweg gilt als Vertreter des Biedermeier, einer Epoche nach dem Wiener Kongress 1815 bis zum Beginn der bürgerlichen Revolutionen von 1848 – also ziemlich genau in der Zeit der Romantik.

 

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Alexandre Calame (1810-1864). L'éboulement (Nach dem Sturm), 1841. Kunsthaus Zürich.

 

 

Alexandre Calame (1810-1864).

Der grosse Meister der Schweizer Romantik. Berge und Natur sind seine Leidenschaft. Vor allem die Alpenlandschaften bildet er mit einer Virtuosität ab, die an Dynamik nicht zu überbieten ist. Dabei malt er diese nicht nach der Natur, sondern komponiert sie. So entstehen Gemälde, die total «natürlich» wirken, aber nicht der Wirklichkeit entsprechen.

 

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Frankreich, Spanien

 

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Eugène Delacroix (1798-1863). La liberté guidant le peuple, 1830. Musée du Louvre Paris.

 

Eugène Delacroix (1798-1863).

Seine Form von Romantik hat einen politischen Hintergrund. Mit dem Werk «La liberté guidant le peuple» von 1830 bildet er den Zeitgeist ab: Man will wieder mehr Freiheiten und geht dafür auf die Barrikaden. Mit seiner Marianne verschafft er den Franzosen eine erfundende Freiheitskämpferin, die dann zur Nationalfigur wird.

 

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Théodore Géricault (1791-1824). Der Geisteskranke, 1819-22. Römerholz Winterthur.

 

Théodore Géricault (1791-1824).

Ein grosser Name in der französischen Malerei. Er gilt als wichtiger Repräsentant der Romantik. Viele seiner Werke leben von starken Emotionen, wie zum Beispiel «Der Geisteskranke», der sich einbildet, ein grosser Militärführer zu sein.

 

Géricaults bekanntestes Gemälde ist aber «Das Floss der Medusa». Es handelt von einer fürchterlichen Schiffskatastrophe, bei der 132 Menschen sterben, und bei der es zu Kannibalismus kommt.

 

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Francisco de Goya (1746-1828). Die Erschiessung der Aufständischen am 3. Mai 1808 in Madrid, 1814. Museo del Prado Madrid.

 

Francisco de Goya (1791-1824).

Eines der ergreifendsten Gemälde Goyas aus seiner Zeit der Romantik hat einen hoch brisanten politischen Hintergrund: Den Volksaufstand in Madrid gegen die Besatzung Napoleons. Dessen Truppen exekutierten zahllose spanische Kämpfer. Diese dramatische Szene fand am 3. Mai 1808 statt, das Gemälde stammt aus 1814, wurde also erst nach der Befreiung gefertigt.

 

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England

 

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William Turner (1775-1851). Peace – Burial at Sea, exhibited 1842. Tate London.

 

 

 

William Turner (1775-1851).

Mit seinen grossartigen Stimmungsbildern liefert er einen wichtigen Beitrag für die Epoche der Romantik. Turner kommt nahe der Themse in London zur Welt, weshalb ihn Schiffe und Wasser ein Leben lang faszinieren. Und alles, was damit zu tun hat: Meer, Wolken, Stürme, Dramen.

 

Er reist ständig und bringt von überall Skizzen mit nach Hause, die er dann in seinem Atelier zu Gemälden verarbeitet.

 

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John Constable (1776-1837). Salisbury Cathedral from the Bishop's Ground, 1823. Victoria & Albert Museum London.

 

 

John Constable (1776-1837).

Der berühmteste englische Vertreter der romantischen Landschaftsmalerei. Daneben malt er aber auch Porträts, Pferde und Stills.

 

John Constable ist dafür bekannt, dass er an seinen Skizzen besonders gewissenhaft arbeitet. Er malt jedes einzelne Blatt nach der Natur, jeden Baum skizziert er ein dutzendmal, bevor er ihn im Atelier auf die Leinwand bringt – man nennt ihn einen «romantischen Wahrheitssucher».

 

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Fotos / Diashow Romantik

   
   

 

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