Fotoausstellung «Fragmente des Sehens».
Galerie KunstZürichSüd Adliswil.
8. bis 31. Januar 2026

 

 

Fragmente des Sehens –
Fotoausstellung in Adliswil

 

Ausstellungsplakat

 

 

Sieben Mitglieder des Künstlervereins
KunstZürichSüd zeigen, wie vielfältig man das Thema «Fragmente des Sehens» angehen kann. Zum Beispiel mit Makro-Aufnahmen, dank denen man Kleines plötzlich ganz gross sieht. Oder mit Aufnahmen, die so überbelichtet sind, dass eine komplett neue, mystische Welt entsteht. Oder mit Fotos, die bewusst mit der Bewegungsunschärfe spielen und in denen die Sinne verschwimmen. Oder mit Zufallsbildern, die am Compi digital so lange verfremdet werden, bis abstrakte Meisterwerke
entstehen.

 

 

Die sieben Ausstellenden v.l.n.r.
Blazenka Kostolna, Uel Hubeli,
Marianne Odok, Ingrid Fasser,

Florian Haegi, Therese Bachmann,

Stéphane Kleeb.

 

 

Vereinspräsident Walter Diem
bei seiner witzigen Laudatio
vom 8. Januar 2026.

 

***

 

 

 

 

 

Von der Fotografie zur Kunst

 

Als Geburtsjahr der Fotografie gilt das Jahr 1839, als der Franzose Louis Daguerre die neue Technik öffentlich machte. Für viele Künstler war das ein Schock. Würde die neue Technik die Malerei überflüssig machen? Heute kennt man die Antwort: Nein.

 

Etwa ab 1900 beginnt sich die Fotografie als eigene Kunstrichtung zu etablieren und bringt ihre ersten Stars auf die Bühne. Wie zum Beispiel >Man Ray, der sich bei Gemälden grosser Meister bedient und diese mittels Fotografie «nachbaut». Sein berühmtestes

Werk: «Le Violon d'Ingres».

 

 

Le Violon d'Ingres von Man Ray

 

Man kann aber auch den umgekehrten Weg gehen und nicht Gemälde, sondern Fotografien «nachbauen». Das tut >Gerhard Richter. Er nimmt Fotos als Vorlagen und schafft daraus Gemälde. So erfolgreich, dass seine Werke in Millionenbeträgen gehandelt werden.

 

Kreativen Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Jeder der erfolgreichen Fotokünstler findet seine Nische. Einer fotografiert ausschliesslich Kirchen und wird damit weltberühmt. Ein anderer komponiert seine Fotos: er lichtet frei erfundene inszenierte Szenen ab. Ein weiterer versetzt Landschaftsfotos digital in eine Zeit vor tausend Jahren, indem er alles entfernt, was auf menschliche Spuren hinweist...

 

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Video

Marcello Weiss stellt in seinem Video
die Künstler:innen und ihre Werke vor.

 

>YouTube-Link zum Video

 

>Website KunstZürichSüd

 

 

 

 

 


 

Die Ausstellungen ab 2025
im Überblick

 

 

>Ausstellungsberichte ab 2025

 

 

 

 

 

 

 

 

Titelbild (Ausschnitt)

Marianne Odok. Distorsion. Digitalfotografie

auf Hahnemühle Fine Art-Papier.

Inklusive Alurahmen, 80x60cm.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Therese Bachmann

 

 

Therese Bachmann.
Tore in Trier,
Venedig, Toscana.
4 Fotos auf Tafel 41x41cm, lackiert.

 

Therese Bachmann.
Spiegelung und Glitzer. Fotopuzzle auf MDF 3mm Tafel 41x41cm, lackiert.

 

Therese Bachmann (1945)

 

«Ich fotografiere sehr gerne, am liebsten auf Reisen, aber meine erste Priorität gehört der Malerei», sagt sie. Obwohl Fotografie eigentlich die erste Kunstform ist, mit der sie in Berührung kommt. Und zwar durch ihren Vater, dem sie als Kind immer fasziniert zusieht, wie er zuhause in seiner improvisierten «Dunkelkammer» Negative entwickelt. Er aquarelliert aber auch gerne und Klein-Therese versucht, seine Bilder zu kopieren.

 

Therese Bachmann kommt 1945 in Zürich-Schwamendingen zur Welt, wo sie auch aufwächst. In ihrer KV-Lehre in einer Druckerei kommt sie mit Plakaten in Kontakt, die im qualitativ erstklassigen Tiefdruckverfahren hergestellt werden. Auch das schärft ihr Interesse an der bildenden Kunst. In den späten 1990er-Jahren holt sie sich dann ihre künstlerische Ausbildung in der Migros- Kunstklasse, wo sie mehrere Semester Zeichnen und Malen durchläuft.

 

«Ich bin ein Zahlenmensch», sagt sie, und deshalb mag sie auch konkrete Kunst, die klare Linien erfordert. Am liebsten aber malt sie Expressives in leuchtenden Farben. Dabei sollen ihre Werke möglichst gegenständlich bleiben, Abstraktion ist nicht ihr Ding. Sie arbeitet mit Acryl, Tusche, Kreide, aber auch in Mischtechnik und mit Collagen.

 

Ihre fotografischen Kenntnisse entwickelt sie u.a. in Fotokursen in der Toskana. Kein Wunder, ist in der Ausstellung eine Serie von italienischen Motiven zu sehen. Dass die Künstlerin ein gutes Fotoauge hat, beweisen vor allem die architektonischen Tunnel- und Underground-Aufnahmen.

 

 

>mehr von Therese Bachmann (PDF)

 

 

Ingrid Fasser

 

Glückskäfer. Forex, 40x40cm.

 

Blue Kaleidoscopart. Forex, 40x40cm.

 

Ingrid Fasser (1948)


Sie kommt 1948 in Schweden zur Welt und wächst dort auch auf. Seit 50 Jahren wohnt sie nun in Adliswil und seit 2019 ist sie Mitglied bei KunstZürichSüd.

 

Schon in jungen Jahren hat sie ihre Leidenschaft für Fotografie entdeckt – ihre Kamera ist stets dabei.

 

Ganz besonders fasziniert sie die Makrofotografie. Diese beschreibt sie völlig treffend: «Bei Nahaufnahmen kann Kleines ganz gross werden und man entdeckt dabei fantastische Details, Symmetrien und Farbkombinationen». Zwei kleine Meisterwerke dieses Genres zeigt sie an der Ausstellung in Adliswil.

 

Sie befasst sich aber auch mit digitalen Spielvarianten in der Fotografie und verschafft sich damit die Möglichkeit, ihrer künstlerischen Kreativität Ausdruck zu verleihen.

 

Ingrid Fasser nimmt regelmässig an Ausstellungen im In- und Ausland teil und zeigt ihre Bilder auch an Internet-Ausstellungen.
Bei verschiedenen Fotowettbewerben hat sie schon mehrere Preise gewonnen.

 

 

>weitere Werke von Ingrid Fasser (PDF)

 

>weitere Fotos auf Instagram

 

 

Florian Haegi

 

 

White-Out.

 

White-Out.

 

 

 

Florian Haegi (1976)

 

In seinem Hauptberuf ist er Architekt. Geboren wird er 1976 in Kathmandu (Nepal), wo seine Eltern als Entwicklungshelfer unterwegs sind. Danach wächst er in Biel auf. Heute wohnt er in Adliswil und betreibt in Zürich zusammen mit seiner Frau das Architekturbüro Hägi-Riatsch.

 

Er fotografiert leidenschaftlich. Vor allem die Streetfotografie begeistert ihn: «Ich will den Moment einfangen, das echte Leben, ungefiltert», sagt er. In den Strassen der Stadt sucht er nach besonderen Situationen, nach Menschen und nach flüchtigen Augenblicken.

 

Aber auch Landschaften haben es ihm angetan. Hier ist er auf der Suche nach Stille und Stimmung.

 

In der Galerie Adliswil zeigt Haegi nun eine spezielle Fototechnik, die er White-Out nennt. Es ist ein Spiel mit Reduktion und Überstrahlung. Konturen sind durch die starke Überbelichtung kaum noch zu erkennen, Bäume, Wälder und Berge verlieren sich in einer mystischen Stimmung. Und der Betrachter dieser Bilder verliert sich in seiner eigenen Welt und fragt sich, was sich hinter dieser geheimnisvollen Atmosphäre verstecken mag.

 

 

>weitere Werke von Florian Haegi (PDF)

 

>Website des Künstlers

 

 

 

Uel Hubeli

 

 

Uel Hubeli.
«Hommage à Ferdinand Hodler»,
Fotografie.

 

Uel Hubeli. Objekt «City at Al's House Whidbey Island WA Puget Sound».

 

Uel Hubeli (1949)


Er bezeichnet sich als «Photographer», aber das wird ihm nicht gerecht. Schon sein Künstlername «Uel» deutet eher darauf hin, dass sein Beruf Künstler ist. Uel kommt 1949 in Aarau zur Welt und wächst im St. Galler Rheintal auf.

 

Seine Berufskarriere ist weit gefächert: Lehre als Konditor/ Confiseur, dann tätig in Hotels und bei Schokoladeproduzenten. Später eine zweite Lehre, diesmal als Fotograf, dann gehts weiter in die Werbebranche. Schliesslich eröffnet er sein eigenes Fotoatelier in Zürich.

 

In der Ausstellung in Adliswil zeigt er neben Fotografien etwas ganz Spezielles. Eigentlich sind es Skulpturen – aber diese stehen nicht zum Verkauf. Es sind Modelle, Prototypen, Konzepte. Wer daran Interesse zeigt, kann sein persönliches Exemplar bestellen und dem Künstler seine Wünsche punkto Grösse, Bemalung, Beschaffenheit unterbreiten. Erst dann macht sich Uel an die Arbeit. Oder gibt den Auftrag weiter zur Ausführung. Wie das ein Konzeptkünstler eben so macht.

 

Die Skulptur City ist so ein Objekt der Konzeptkunst. Es ist ein Konstrukt aus bearbeiteten und leicht bemalten Holzklötzen, die die Skyline einer Stadt symbolisieren. Höhe 20 cm, Breite 19cm. Das Besondere daran: Beim Material handelt es sich um Schwemmholz, das der Künstler an der US-amerikanischen Westküste aus dem Pazifik gefischt und mit nach Hause gebracht hat. Fundort: Whidbey Island im Staat Washington, Nähe Seattle.

 

 

>weitere Werke von Uel Hubeli (PDF)

 

 

 

Stéphane Kleeb

 

 

Stéphane Kleeb. Panoramafoto 42x15cm. Novizen im Phuktal-Kloster.

 

Stéphane Kleeb.
Panoramafoto 42x15cm.
Rautispitz Glarnerland.

 

 

Stéphane Kleeb. Panoramafoto 42x15cm.
Horgen Zürichsee.

 

Stéphane Kleeb (1955)


Er kommt 1955 in Casablanca (Marokko) zur Welt und wächst dann in Basel auf, wo er eine KV-Lehre absolviert. In den 1970er-Jahren zieht er nach London und besucht dort die International Filmschool. Das ermöglicht ihm, freischaffender Kameramann und Regisseur für Dokumentarfilme zu werden – was er bis heute ist. In den 1990er-Jahren kann er für das Schweizer Fernsehen in Russland (nach dem Ende der UdSSR) über die dort erstmals durchgeführten freien Wahlen berichten. Es folgen Reportagen in mehreren Regionen Russlands bis tief nach Sibirien.

 

Neben seiner Tätigkeit als Filmer ist auch immer die Fotografie ein Thema. Seit seiner Zeit in London ist seine Nikon F2 stets mit dabei. Als er dann später eine Hasselblad XPAN in die Hände bekommt, begeistert er sich für Panorama-Aufnahmen. Diese analoge Kamera arbeitet mit herkömmlichem Filmmaterial und ermöglicht Bilder der besonderen Art. «Mit Negativfilmen zu arbeiten fühlt sich für mich wertvoller an, weil das Material knapp und kostbar ist», sagt Kleeb. In der Ausstellung in Adliswill zeigt er nun eine Reihe seiner eindrücklichen Panoramen in Farbe und Schwarz-Weiss. Bevorzugt er ein bestimmtes Thema? «Nein», sagt er, «ich fotografiere auf Reisen und auch zuhause, und zwar alles, was mir vor die Linse kommt».

 

Stéphane Kleeb ist seit 2023 Mitglied des Künstlervereins Kunst-Zürich-Süd. Er ist nicht nur Filmer und Fotograf, sondern malt auch gerne. Im kommenden März 2026 stellt er einige seiner Gemälde in der Galerie Adliswil aus.

 

 

>weitere Panoramen von Stéphane Kleeb (PDF)

 

>Website Stéphane Kleeb als Filmemacher

 

>Malerei Stéphane Kleeb

 

 

Blazenka Kostolna

 

Balletttänzerinnen
«Schwanensee»,
von Piotr Tschaikowski,
Opernhaus Zürich,
2006. 90x60cm.

 

Balletttänzerinnen
«Schwanensee»,
von Piotr Tschaikowski,
Opernhaus Zürich,
2006. 60x90cm.

 

 

Blazenka Kostolna (1949)

 

Im Vorstand von KunstZürichSüd ist sie für die digitalen Medien zuständig und fängt mit ihrer Videokamera jeden Anlass ein. Sie ist eine echte Multitaskerin: Sie malt, illustriert, schreibt, dichtet, videografiert und fotografiert. Einige von diesen Fähigkeiten hat sie sich in der Kunstgewerbeschule von Bratislava (ehemalige CSSR) angeeignet. Seit 1968 lebt und arbeitet sie in der Schweiz. Als Fotografin für den Zürcher Tages-Anzeiger bekommt sie 2006 die exklusive Chance, das Ballett Schwanensee im Opernhaus zu fotografieren. Das weltberühmte Werk von Pjotr Tschaikowski wurde von Heinz Spoerli choreografiert. Er war bekannt für seine Fähigkeit, die Tänzerinnen in den Mittelpunkt zu stellen. Die Bühnenbilder und Kostüme trugen zur märchenhaften Atmosphäre der Aufführung bei.

Schwanensee erzählt die Geschichte einer Prinzessin, die in einen Schwan verwandelt wird und nur davon erlöst werden kann, wenn sie die wahre Liebe findet.

Und wie erlebt die Fotografin die Vorstellung selbst? Sie schreibt dazu: «Die grazilen Körper der Tänzerinnen schweben wie Federn. Sie hauchen lautlos vorbei, lösen sich in der Unschärfe der Bewegung auf und erscheinen wieder. Es ist eine wunderbare Illusion der Magie, ein Zauber der Vorstellungskraft, den ich genau so festhalten möchte. Ich suche keine scharfen Aufnahmen, setze auf Automatik und überlasse alles dem Zufall. So kann ich die Geschichte erzählen, wie ich sie erlebt habe: wie einen Schleier im Wind. Oder wie ein Hauch von Bewegungen. Und auch heute sage ich noch: Was für ein Glück ich hatte, das erleben zu dürfen».

 

 

>mehr Schwanensee von Blazenka Kostolna (PDF)

 

>Website der Künstlerin

 

 

 

Marianne Odok

 

 

Marianne Odok. Distorsion. Digitalfotografie
80x60cm.

 

 

Marianne Odok The Moon and the Sky. Digitalfotografie
80x60cm.

 

 

 

Marianne Odok (1951)

 

In die Fotografie startet sie in den späten 1970er-Jahren. Mit einer klassisch-analogen Nikon FE. «Weil es damals total 'in' war, mit s/w-Fotos zu imponieren», erinnert sie sich. Aber eigentlich ist Fotografie für sie eher eine Ergänzung zum Zeichnen und Malen – die Malerei ist auch heute noch ihre erste Liebe.

 

Von ihrem Elternhaus in Wettingen erhält sie keinerlei künstlerischen Impulse. Aber als Kind liest sie viel und zeichnet auch gerne, darin ist sie gut. Eine echte Kunstausbildung holt sie sich erst mit anfangs 20. Sie studiert an der Neuen Zürcher Kunstschule Zeichnen, Malen, Collagieren. In Aquarell, Tempera, Acryl. Und in Japan besucht sie Kurse in Sumi-E.

 

In der Fotografie ist sie autodidakt unterwegs. Sie ist fasziniert von den Möglichkeiten, die ihr die digitale Verfremdung bietet. Zwei illustre Werke zeigt sie in der Ausstellung in Adliswil. Eines davon ist mit «Distorsion» betitelt. Ausgangslage ist hier eine Fotografie des Schlosses Rapperswil. Am Computer bearbeitet die Künstlerin das Bild mit Photoshop und mit verschiedenen Verzerrungsfiltern – einer davon heisst Distorsion. Und zwar so lange, bis ihr das Bild gefällt. Es ist ein Zufallsbild, ja, aber die Künstlerin ist Chefin über den Zufall. Denn sie gibt ihr OK erst dann, wenn das Bild für sie genau stimmig ist. Jetzt darf sich der Betrachter des Werkes in einer prächtigen Kathedrale wähnen.

 

Das Werk «The Moon and the Sky» entsteht zuhause auf ihrem Balkon. Ein bisschen blauer Himmel, ein Mobile, das sich im Wind bewegt und ein strahlend weisser Mond. Nach der Verarbeitung auf dem Compi – der genaue Vorgang bleibt natürlich das strikte Geheimnis der Künstlerin – leuchtet der Mond als roter Klecks und das Balkonfragment erscheint als raffinierte Pinselführung eines abstrakten Gemäldes. Wassily Kandinsky?

 

 

>weitere Werke von Marianne Odok (PDF)

 

>Website der Künstlerin

 

 

>Ausstellungen ab 2025 in der Galerie Adliswil

 

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