Le Petit Palais – Musée des Beaux-Arts de la ville de Paris.

 

Was «petit» heisst, muss nicht klein sein, denn schliesslich sind wir in Paris. In Sachen Kunst ist der Kleine sogar ganz gross. Immerhin ist er der Tresor für Kunstschätze, die die stolze Stadt Paris seit 1870 erworben hat. Und wie der Name des Museums verspricht: Hier gibt es «beaux-arts», echt schöne Kunst zu sehen.

 

Das Petit Palais liegt zwischen Seine und Champs-Elysées und begann seine Karriere als Ausstellungsgebäude an der Weltausstellung 1900, also in der Belle Epoque. Jugendstil.

 

 

petit-palais

Le Petit Palais.

 

 

Das wunderschöne Palais wurde im Laufe der Jahrzehnte arg gebeutelt. Als es schon zum Museum geworden war, begann man, die grossen Fensterflächen zuzumauern (!) – um die Meisterwerke vor Licht zu schützen. Das vorher von Licht durchflutete Palais wurde zur Dunkelkammer.

 

Hundert Jahre nach dem Bau kam man zur Vernunft. In einer aufwändigen Renovation von 2000-2005 wurden die Sünden rückgängig gemacht, das Museum unterirdisch sogar erweitert. Heute strahlt es wieder im Glanz von 1900.

 

 

petitpalais1900

Das Petit Palais um 1900.

 

 

 

 

 

 

 

 

Titelbild (Ausschnitt)

Joseph-Marius Avy (1871-1939).

Bal-blanc, 1903.

Musée des Beaux-Arts de la ville de Paris.

 

 

 

 

 

 

claude monet

 

Claude Monet (1840-1926).

Die Nummer 1 der Impressionisten muss natürlich im Musée des Beaux-Arts vertreten sein. Dieser prächtige Sonnenuntergang entstand 1880 und heisst «Soleil couchant sur la Seine à Lavacourt, effet d'hiver».

 

>mehr über Claude Monet

 

clairin

 

Georges Clairin (1843-1919).

Portrait de Sarah Bernhardt, 1876. Das Bild strahlt die Klasse und den Luxus aus, der zu Sarah Bernhardt passt. Die Schauspiel-Ikone war ein Weltstar, in Frankreich nannte man sie «La Divine», die Göttliche. Ihr extravagantes Leben hat aber auch eine tragische Seite: 1905 bei einem Stunt gestürzt, verletzte sie sich so schwer, dass ihr 1915 das rechte Bein amputiert werden musste.

pissarro

 

Camille Pissarro (1830-1903).

Ein Bild, das man heute noch genau so mit der Kamera machen könnte – nur nicht so schön, wie dies Pissarro mit dem Pinsel hingekriegt hat. «Paris, le Pont Royal et le Pavillon de Flore». 1903.

morisot

Berthe Morisot (1841-1895).

Sie entstammt einer wohlhabenden Pariser Familie und ist eine Schülerin von Camille Corot. Dessen konventionellen Stil lehnt sie aber schon bald ab und entscheidet sich für den Impressionismus. Sie führt eine enge Freundschaft mit >Édouard Manet, der von ihr diverse Porträts malt. Das Werk hier ist aber von Morisot selbst und heisst «Jeune fille en décolleté, la fleur aux cheveux», entstanden um 1893.

 

bonnard

 

Pierre Bonnard (1867-1947).

«Jeunes Filles à la Mouette», 1917. Ein typischer Bonnard: Farbigkeit über alles! Die Experten haben Mühe, ihm einen Malstil zuzuordnen. Lockere Impressionen. Bonnard-Impressionismus. Mitbegründer der Künstlergruppe >Nabis (1889), die ihre Ideen auch bei Paul Gauguin abholte.

 

>mehr über Pierre Bonnard

 

schnetz

 

Victor Schnetz (1787-1870).

Kein ganz Grosser unter den Franzosen, aber seine Bilder mit historischem Inhalt passen perfekt in die Galerie des Petit Palais (Schnetz hängt aber auch im Louvre und in der Ermitage in St. Petersburg). Dieses hier zeigt den «Combat devant l'Hôtel de Ville le 28 juillet 1830». Gemalt 1833.

courbet

Gustave Courbet (1819-1877).

Der «Skandalmaler», der mit seinen Nackedeien die Welt in Aufruhr versetzte. Nach Schlaf sehen die zwei Frauen nicht aus, obwohl das Bild so heisst:

«Le Sommeil», 1866.

 

>mehr über Gustave Courbet

 

more

Fotos/Diashow