Schloss Charlottenburg, Berlin.

 

Wer ist Charlotte?

Die Gattin von Kurfürst Friedrich III. Sie ist die eigentliche Bauherrin der Anlage. An dieser Stelle liess sie ihre Sommerresidenz einrichten, als ihr Lustschloss so zu sagen. Das war 1699.

 

Dann wurde Friedrich zum König von Preussen gekrönt und hiess fortan König Friedrich I. Das war 1701. Als König musste er natürlich Fahne zeigen, also setzte er Charlottes Lustschloss einen prächtigen Kuppelturm auf. Nur vier Jahre später starb seine Charlotte, und ihr zu Ehren nannte der König das Schloss «Charlottenburg». Lange konnte er es aber auch nicht geniessen, er selbst starb auch schon 1713.

 

Sein Sohn und Nachfolger Friedrich Wilhelm I war nicht an Luxus interessiert, und am Schloss machte er aus Spargründen nur, was nötig war.

 

Dann war Friedrich II («der Grosse», auch «alter Fritz» genannt) an der Reihe, ab 1740. Er liess zwar einen neuen Flügel anbauen, war aber kein echter Fan dieses Schlosses, denn er hatte andere grosse Pläne im Kopf: Den Bau seines «Ohne-Sorgen-Schlosses» in Potsdam, das Sanssouci.

 

Unter Friedrich Wilhelm II (1744-1797) wurde weiter ausgebaut. Am Ende des westlichen Flügels kam ein Theater hinzu (zu dem ab 1795 auch Bürger, also Normalsterbliche, Zutritt bekamen), und im neuen Flügel liess sich Friedrich Wilhelm eine Winter- und zum Park hin eine Sommerwohnung einrichten. Zudem wurde eine weitere Orangerie angefügt.

 

Unter den Nachfolgern gab es nur noch kleinere Veränderungen, wie zum Beispiel den italienischen Pavillon von Friedrich Wilhelm III.

 

Im Ersten Weltkrieg diente ein Teil des Schlosses als Lazarett. Im Zweiten Weltkrieg wurde es durch Bomben schwer beschädigt.

 

Nach dem Krieg begann man mit dem Wiederaufbau, der 1957 abgeschlossen werden konnte. Von 2004 bis 2006 diente das Schloss als Sitz des Bundespräsienten.

 

 

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Schloss Charlottenburg.

 

 

 

PS: Ganz in der Nähe liegt das

>Museum Berggruen mit einer spektakulären Picasso-Sammlung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sophie Charlotte (1668-1705).

Die allererste Königin Preussens, nämlich als Gemahlin von >König Friedrich I (1657-1713).

 

Dieser ist berühmt und berüchtigt für seine Verschwendungssucht. Er hinterlässt seinem Nachfolger Friedrich Wilhelm I ein hungerndes Volk und einen bankrotten Staat mit Millionenschulden.

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Zu Ehren seiner Charlotte.

Die hatte hier ihr «kleines» Lustschloss. Als ihr Gatte 1701 König von Preussen wurde (als Friedrich I), baute er das Lustschloss um und verpasste ihm den 45 Meter hohen Turm mit der imposanten Kuppel.

 

Als 1705 seine Charlotte starb – erst 36 Jahre alt – gab er ihr zu Ehren dem Schloss den Namen Charlottenburg. Und erhob die vor dem Schloss entstandene kleine Ortschaft gleichzeitig zur Stadt Charlottenburg.

 

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Friedrich der Grosse (1712-1786).

Friedrich II (der «Alte Fritz») ist ab 1740 König von Preussen. Er macht das Schloss Charlottenburg zwar kurz zu seinem Wohnsitz, konzentriert sich aber weit mehr auf den Bau seiner eigenen neuen Residenz in Potsdam, auf sein

 

>Schloss Sanssouci

 

 

Die goldene Galerie im neuen Flügel.

Den neuen Flügel im Schloss Charlottenburg lässt Friedrich der Grosse anbauen.

 

Im Zweiten Weltkrieg wird er fast völlig zerstört und danach wieder restauriert.

 

 

 

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Der Pavillon von Friedrich Wilhelm III.

Er bekommt sein Sommerhäuschen in italienischem Stil. Heute ist dort eine interessante Gemäldesammlung untergebracht, in der Meisterwerke von Caspar David Friedrich, Carl Blechen, Eduard Gaertner und Karl Friedrich Schinkel zu sehen sind.

 

Bild: Caspar David Friedrich (1774-1840).

«Morgen im Riesengebirge», 1810.

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Fotos/Diashow

 

>Die Preussischen Könige 1701-1918

 

>Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses

 

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