Paul Klee (1879-1940)


Ist er nun Schweizer oder nicht? Nein, Deutscher.
Obwohl er in der Schweiz geboren ist, mehr als die Hälfte seines Lebens hier verbringt und auch die Schweizer Staatsbürgerschaft beantragt hat.

 

Mit 19 zieht er von Bern nach München. Möchte an die Akademie der Bildenden Künste, wird dort aber abgewiesen. Studiert Grafik. 1900 bezieht er sein eigenes Atelier und bildet sich weiter in der Malklasse von Franz von Stuck. Dann folgt eine ausgedehnte Italienreise, später gehts nach Paris.

 

Zurück in München kommt er mit der Künstlergruppe um Wassily Kandinsky, August Macke und Franz Marc in Kontakt. Er nimmt an der zweiten Ausstellung des >blauen Reiters teil. 1914 reist er mit Macke und Moilliet nach Tunesien, entdeckt dort neues Licht und neue Farben – und seine Liebe zur Malerei.

 

Dann bricht der 1. Weltkrieg aus. Und schon einen Monat später, im September 1914, stirbt sein Freund Macke auf dem Feld. Im März 1916 fällt >Franz Marc bei Verdun. Klee wird auch eingezogen, hat aber Glück, kommt zu einer Flieger-Ersatzstaffel hinter der Front. Dort bemalt er Flugzeuge, wird als Schreiber eingesetzt und überlebt den Krieg unbeschadet. Nach dem Krieg hat er sein Atelier in München im Schlösschen Suresnes. Er wird Mitglied im Rat bildender Künstler.

 

1924 findet seine erste Ausstellung in den USA statt, ein Jahr später in Paris. 1925 schliesst er einen Händlervertrag mit Alfred Flechtheim, Inhaber von Galerien in Berlin und Düsseldorf. 1929 befindet er sich auf dem Höhepunkt seines Erfolgs. Das MoMA in New York und die Nationalgalerie in Berlin organisieren zu seinem fünfzigsten Geburtstag grosse Ausstellungen.

 

1933 kommt Hitler an die Macht. Klees Kunst wird als «entartet» klassifiziert, er verliert seinen Posten als Professor der Düsseldorfer Akademie. Am Heiligabend 1933 emigriert er in die Schweiz.

 

1937 veranstalten die Nazis in München die Ausstellung «Entartete Kunst». Dann beschlagnahmen sie über 100 seiner Werke aus öffentlichen Sammlungen und verkaufen sie ins Ausland, um zu Devisen zu kommen.

 

Klee, zurück in der Schweiz, arbeitet wie wild und schafft 1939 über 1200 Werke – das produktivste Jahr seines Lebens. Dann verschlechtert sich sein Gesundheitszustand dramatisch. Er muss zur Kur ins Tessin, keine Besserung. Er stirbt am 29. Juni 1940 in der Klinik in Locarno-Muralto – ein paar Tage bevor er die Schweizer Staatsbürgerschaft erlangt hätte. Gut die Hälfte seines Lebens, 33 Jahre, hat er in Bern verbracht. Dort steht heute auch das Zentrum Paul Klee – sein Museum.

 

 

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Portrait von Paul Klee um 1911.

Foto: Alexander Eliasberg. Quelle:
Website Zentrum Paul Klee, Bern.

 

 

 

 

 

 

 

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1879 geboren in Münchenbuchsee BE

Paul Klees Geburtshaus ist heute ein Schulhaus. Lange wohnt die Familie Klee aber nicht hier, schon 1880 zieht sie weiter nach Bern, wo Paul die Primarschule besucht und 1898 am Progymnasium die Matura macht. Danach zieht es ihn in die Ferne. Nach München. Dort will er Künstler werden...

 

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1898: Maler oder Musiker?

Die Eltern (Papa ein deutscher Musiklehrer, Mama eine schweizerische Sängerin) möchten, dass Paul Musiker wird, fördern sein Zeichentalent bewusst nicht. Ist Auflehnung gegen die Eltern der Grund, dass er sich schliesslich für die Malerei entscheidet? Er spielt ausgezeichnet Geige. Und von 1902 bis 1906 sorgt er mit Geigespielen sogar für seinen Lebensunterhalt: er spielt im Orchester der Bernischen Musikgesellschaft. Zeichnung: Tänzerin Ellen Y, 1929. Zentrum Paul Klee, Bern.

 

1903-1905: Radierungen und Stiche

Diese Karikatur von 1903 «Zwei Männer, einander in höherer Stellung vermutend, begegnen sich» zeigt Kaiser Wilhelm II von Preussen und Kaiser Franz Josef I von Österreich. Die Radierung gehört zu einer 11-teiligen Werkgruppe, die Klee als sein «Opus 1» seines eigenständigen Schaffens bezeichnet. Zentrum Paul Klee, Bern.

 

1906 heiratet er Lily Stumpf, eine Schweizer Pianistin, die zunächst für den Lebensunterhalt des Paars sorgt, sie erteilt Klavierunterricht.

 

 

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Kairouan, 1914.

 

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Hammamet 1914.

 

 

1914: Tunesien: «Ich bin Maler!»

Zusammen mit August Macke und Louis Moilliet unternimmt er im Frühjahr 1914 eine Studienreise nach Tunesien. Klee, der stets Tagebuch führt, schreibt am 16. April:

 

«Die Farbe hat mich. Ich brauche nicht

nach ihr zu haschen. Sie hat mich für

immer, ich weiss das. Das ist der

glücklichen Stunde Sinn: ich und

die Farbe sind eins. Ich bin Maler!».

 

Die Aquarelle, die auf dieser Reise entstehen, zeigt er an einer Ausstellung im Rahmen der «Neuen Münchner Sezession», in der er Gründungsmitglied ist.

 

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1920: Erste Einzelausstellung in München

Mit Hans Goltz schliesst Klee einen Händlervertrag ab, der bis 1925 läuft. Die Galerie Goltz organisiert erste retrospektive Klee-Einzelausstellung. Nicht weniger als 371 Werke werden gezeigt. Noch im gleichen Jahr beginnt Klee in Weimar seine Tätigkeit als Werkstattmeister am Staatlichen Bauhaus.

Bild: Blauer Berg, 1919. Museum Berggruen, Berlin.

 

 

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Wandernde Fische, 1926. Zentrum Paul Klee.

 

1926: Lehrer im Bauhaus Dessau

Mit Ehefrau Lily und seinem 19-jährigen Sohn Felix zieht er nach Dessau um und unterrichtet dort im Bauhaus «Freie plastische und und malerische Gestaltung». Auch Maler wie Lionel Feininger und Wassily >Kandinsky sind während seiner Epoche hier als Meister tätig.

 

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1929: Reise nach Ägypten

In Kairo, Alexandria, Luxor und Assuan studiert er er Pyramiden, Monumente und Baugesetze. Neue Eindrücke fliessen in seine Werke ein.

Bild: Ad Parnassum, 1932. Kunstmuseum Bern.

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1931: Professur in Düsseldorf

Klee nimmt an der Kunstakademie Düsseldorf seine Arbeit mit einem Kurs über Maltechnik auf, wohnt aber weiterhin in Dessau.

Bild: Felsige Küste, 1931. Kunsthalle Hamburg.

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1933: Flucht in die Schweiz

Klee wird nach Hitlers Machtübernahme als Jude beschimpft. Er besorgt sich den «Arierausweis» noch, zieht es dann aber vor, in die Schweiz zu emigrieren.

Bild: Blühendes, 1934. Kunstmuseum Winterthur.

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1937: Die «entartete Kunst»

Die Nazis veranstalten in München eine Ausstellung über «entartete Kunst» und beschlagnahmen in der Folge über 100 Werke von Paul Klee. Diese werden zum grössten Teil ins Ausland verkauft. Bild: Revolution des Viaductes, 1937. Kunsthalle Hamburg.

 

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Werke von Paul Klee in diversen Museen

 

Ausstellung im Zentrum Paul Klee

 

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Ausstellung «Bewegte Bilder» 2016

«Gehen und Schreiten und Tanzen». Sonderausstellung im Zentrum Paul Klee
vom 19. Januar bis 8. Mai 2016.