Adam, Eva und das Paradies.


Gott setzt Adam in den Garten Eden. Dort – also im Paradies – soll er die Erde bebauen. Gott findet, Adam könnte dabei Unterstützung gebrauchen. Durch eine Frau. Eine solche gibt es aber noch nicht, also baut Gott eine, aus der Rippe von Adam.

 

Nun leben Adam und Eva im Paradies. Im Garten Eden. Gott warnt Adam davor, Früchte vom «Baum der Erkenntnis von Gut und Böse» zu essen. Adam gibt diese Anordnung seiner Frau weiter, doch die gehorcht nicht. Eva lässt sich von der Schlange verführen, die Frucht zu essen. Die Frucht wirkt, und die beiden ersten Menschen auf der Welt, Adam und Eva, werden wissend: sie kennen jetzt das Gute und das Böse.

 

Für ihren Ungehorsam werden Adam und Eva von Gott bestraft. Und auch die Schlange. Diese wird zum ewigen Kriechen verdammt, die Frau zu ewigen Schmerzen beim Kindergebären und der Mann zu ewiger harter Arbeit.

 

Adam und Eva werden aus dem Paradies verjagt und

Gott verkündet ihnen auch noch, dass sie sich mit ihrem Ungehorsam den Tod eingehandelt haben: «Denn Staub bist du, und zum Staub kehrst du».

 

 

>Bibeltext: Der Sündenfall (Mose 1, Kap 3)

 

 

War die verbotene Frucht ein Apfel?

 

In künstlerischen Darstellungen wird die «Frucht» meist als Apfel dargestellt. Aber im Bibeltext kommt kein Apfel vor. Hier ist immer nur von «Frucht» die Rede. Es könnte ein sprachliches Problem dahinter stecken: In der lateinischen Bibel kommt das Wort «malus» vor. Das steht für «böse» oder «das Übel», aber auch für «Apfelbaum». Die Künstler des Mittelalters und der Renaissance haben sich für Apfelbaum entschieden. Und alle sind beim Apfel geblieben.

 

 

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Peter Paul Rubens (1577-1640).

Adam und Eva (nach einem Gemälde von

Tizian), 1628-29. Museo del Prado Madrid.

 

 

 

 

>Bibeltext: Schöpfung (Mose 1, Kap 1)

 

>Bibeltext: Garten Eden (Mose 1, Kap 2)

 

>Bibeltext: Sündenfall (Mose 1, Kap 3)

 

 

 

 

 

 

Titelbild (Ausschnitt)

Lucas Cranach d.Ä. (1472-1553).
Adam und Eva, 1526.

Courtauld Gallery London.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Lucas Cranach d.Ä. (1472-1553). Adam und Eva im Paradies 1533. Gemälde-Galerie Berlin.

 

 

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Michelangelo (1475-1564). Erschaffung Adams, 1511. Sixtinische Kapelle Rom.

 

 

 

Und Gott schuf den Menschen...

 

So steht es in der Schöpfungsgeschichte, die man zu glauben kennt. Bloss: So eindeutig ist die Sache nicht. Zwar ist im 1. Buch Mose im 1. Kapitel zu lesen:


«Und Gott schuf den Menschen zu
seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn;
und schuf sie als Mann und Frau.

 

Liest man dann aber weiter, kommt Verwirrung auf. Denn in Kapitel 2 heisst es dann in Vers 5 plötzlich «...und kein Mensch war da».

 

Erst in Vers 7 (Kap 2) schöpft Gott den Menschen dann – noch einmal. Diesmal «aus Staub von der Erde», und diesmal ist es nur ein Mann.

 

Und die Frau folgt erst in Vers 22 nach: Dort entnimmt Gott dem Menschen (also dem Mann) eine Rippe und baut daraus Eva.

 

 

>Genesis, 1. Buch Mose, Kapitel 1

 

>Genesis, 1. Buch Mose, Kapitel 2

 

 

 
klimtGustav Klimt (1862-1918). Adam und Eva, 1917-18. Belvedere Wien.

 

 

Adam und Eva im Paradies.

Am Anfang des Paradieses ist Eva noch nicht auf der Welt. Gott setzt Adam in den Garten Eden und beauftragt ihn, das Land zu bebauen (Kap 2, Vers 15). Eine Reihe von Bäumen und Büschen hat er für ihn schon vorher gepflanzt, und offenbar tragen sie schon Früchte.

 

Gott sagt zum Menschen – zu Adam –, er dürfe «essen von allen Bäumen im Garten», aber «nicht von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen». Sonst würde er des Todes sterben.

 

Neben dem einzigen Menschen (Adam) gibt es noch Tiere. Adam wird von Gott beauftragt, allen Tieren einen Namen zu verpassen (Kap 2, Vers 19).

 

Ein weiteres Problem gibt es noch: Adam ist so allein. Gott möchte das ändern. Also entnimmt er Adam eine Rippe und macht daraus Eva. (Kap 2, Vers 22). «Beide, Adam und seine Frau, waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander.» (Kapitel 2, Vers 25). Das wird sich noch ändern.

 

>Im Garten Eden

 

 

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German Hernandez Amores (1823-1894). Eva, 1854. Academia Bellas Artes Madrid.

 

Die böse Schlange und die Erkenntnis.

Nun sind Adam und Eva im Garten Eden, im Paradies. Adam hat seine Frau darüber aufgeklärt, dass sie von allen Früchten essen darf – nur nicht vom «Baum der Erkenntnis von Gut und Böse». Eva gehorcht zunächst.

 

Aber da kommt die hinterlistige Schlange ins Spiel. Sie verspricht Eva, dass das Kosten der Frucht sie schlau machen werde. So schlau wie Gott. Eva kann nicht widerstehen und isst von der Frucht, gibt auch ihrem Mann davon. Die Frucht wirkt. Und öffnet den beiden die Augen.

 

Vor allem merken sie – wie furchtbar! –, dass sie nackt sind (Kap 3, Vers 7): «Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren. Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz.».

 

Aber es kommt noch schlimmer: Adam schämt sich seiner Nacktheit vor Gott (!) und versteckt sich: (Kap 3, Vers 10): «Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich.»

 

>Der Sündenfall

 

>War Lilith die Schlange?

 

 

 

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Lucas Cranach d.Ä. (1472-1553). Adam
und Eva, 1526. Courtauld Gallery London.

 

Auch die Schlange muss büssen.

Nun will Gott von Adam wissen, wer ihm gesagt hat, dass er nackt sei. Gott weiss jetzt, dass sich Adam nicht an seine Anweisung gehalten und von der Frucht der Erkenntnis gegessen hat. Er macht ihm Vorwürfe.

 

Adam verteidigt sich: Die Frau ist schuld, sie hat mir die Frucht gereicht. Gott wird böse auf Eva. Eva verteidigt sich: Die Schlange ist schuld, sie hat mich betrogen und verführt.

 

Nun wird Gott auf die Schlange sauer: «Weil du das getan hast, seist du verflucht, verstossen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang».

 

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Masaccio
(1401-1428). Vertreibung aus dem Paradies. Brancacci Kapelle Florenz.

Die Vertreibung aus dem Paradies.

Aber Gott ist nicht nur auf die Schlange sauer. Zu Eva sagt er: «Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein.

 

Adam ergeht es nicht viel besser: «Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweisse deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden».

 

Damit droht ihm jetzt auch noch der Tod. Zudem werden Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben. Verfolgt von einem Engel mit Schwert, wie das Masaccio in seinem Gemälde aus dem frühen 15. Jahrhundert zeigt.

 

Salvador Dalì und die Schöpfungsgeschichte

 

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Der Bibelzyklus des Surrealisten.

Im Museum Espace Dalì in Paris sind zwei Bibel-Zyklen des berühmten spanischen Surrealisten zu sehen: Einer zum Neuen Testament, einer zum Alten. In diesem Bild links nimmt er Bezug auf die Genesis 2:22 «Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, eine Frau».

 

>Dalìs Bibelzyklus

 

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